Nachruf Rainer Helbig vom 28.Oktober 2022
23. Zeilsheimer Grenzbegehung

Es ist schon eine gute Tradition, wenn der Zeilsheimer Heimat- und Geschichtsverein jährlich am 1. Mai seine Grenzbegehung

veranstaltet. Vor 23 Jahren wurde diese alte Tradition vom ZHGV wieder aufgenommen und findet jedes Jahr großen Anklang

bei der Bevölkerung. 60 Vereinsmitglieder und Gäste, die jüngste Teilnehmerin im Tragegestell war gerade 16 Monate,

der älteste 85 Jahre, sowie ein Hund marschierten durch die Zeilsheimer Gemarkung, diesmal entlang der Grenzen zu Kriftel,

Hattersheim, Sindlingen und Unterliederbach.  Zunächst gab der 1. Vorsitzende des ZHGV Bernd Christ am Treffpunkt am

Feuerwehrhaus eine Einführung über Sinn und Zweck der alten Grenzsteine und Grenzbepflanzungen, die Sitten und Gebräuche

bei den Eingrabungen und über die drakonischen Strafen bei illegalen Grenzsteinversetzungen. Über den Welschgraben,

einem Hungerbach, ging die Wanderung mit Blick auf herrlich blühende Rapsfelder Richtung Kriftel und Hattersheim.  

Im Verlauf  der Wanderung zeigte Bernd Christ einige der wenigen noch erhaltenen alten Grenzsteine in der Gemarkung und

erklärte die Flurnamen, die oft Beziehungen zur Beschaffenheit oder früheren Nutzung der Felder hatten, wie z. B. „Kuhäcker“ ,

„Gänsscheer“ , „Kull“ oder „Hattersheimer Höhlchen“. Auch Hinweise auf  Topografie,  Bachläufe, Flora und Fauna fehlten nicht.

Überrascht waren viele Teilnehmer über die umfangreichen Zeilsheimer Bebauungen, die auf Sindlinger Gemarkungen liegen,

wie z. B. alle Häuser auf der südlichen Seite der Annabergstraße und der Bielefelder Straße aber auch der Aldi-Supermarkt und

die gesamt Siedlung Friedenau. Verwaltungsmäßig gehören sie trotzdem zu Zeilsheim. Einige Unermüdliche ließen es sich nicht

nehmen, noch einen Blick in das Pfingstbörnchen nahe der Gemarkungsgrenze zu Unterliederbach zu werfen, woraus nach alter

Überlieferung der Klapperstorch die Zeilsheimer Babys holt.

 

Am Ende der Grenzbegehung waren die Teilnehmer zu Gast im Vereinshaus des Kleingartenvereins Taunusblick, wo sich schon

einige Heimatfreunde, die nicht mitlaufen konnten, eingefunden hatten. Bei Bratwurst und gepflegten Getränken nahm der

Nachmittag einen harmonischen Abschluß.

geschrieben von G. Schade am 2. Mai 2012
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