Nachruf Rainer Helbig vom 28.Oktober 2022
Rundgang durch die Zeilsheimer Colonie

Der Tag des offenen Denkmals war Anlass zu einem Rundgang am Vortag am  Samstag, dem 8. September, durch die

denkmalgeschützte in Deutschland in dieser Gesamtheit einmaligen Arbeiter-Colonie. Der 1. Vorsitzende des Zeilsheimer

Heimat- und Geschichtsvereins begrüßte die fast 40 Teilnehmer und freute sich besonders, dass zahlreiche Gäste aus den

benachbarten Orten oder Stadteilen kamen. Er wies darauf hin, dass es sich hier um ein lebendiges Denkmal handelt,

da die Colonie bewohnt ist und somit kein lebloses Museum darstellt. Da die Gruppe unerwartet groß war, wurde sie aufgeteilt.

Der erste Vorsitzende des ZHGV, Bernd Christ, und der 2. Vorsitzende, Rainer Helbig, führten jeweils eine Gruppe,

die getrennt durch die Gassen der Colonie spazierten.

 

Von der Entstehungsgeschichte der Arbeitersiedlung der Farbwerke Hoechst ab Baubeginn im Jahre 1900 bis 1920,

den einzelnen Bauabschnitten mit Erklärung, den verschiedenen  Haustypen, der Vergabe der alphabetisch benannten

Straßennamen, den Vorschriften über die Anlage der Gärten und Zäune bis zu den anfänglich schwierigen Verhältnissen

zwischen den alten Zeilsheimern und den Colonisten berichteten beide ausführlich und gingen auf die vielen Fragen ein.

Auch die Schule, die aufgrund der erheblichen Bevölkerungszunahme damals dringend gebaut werden mussten,

war Teil des Rundganges. Über das Leben in der Zeit vor 100 Jahren bis in die Neuzeit haben die Heimatfreunde zahlreiche

Überlieferungen und eigene Erlebnisse beigetragen. Bewohner der Siedlung berichteten einstimmig, dass sich der Zustand der

Häuser und Gärten, durch die Vorschriften des Denkmalschutzes sowie durch die Übernahme fast aller Gebäude in Privatbesitz

vor einigen Jahren, deutlich verbessert hat und eine angenehme ruhige Wohnqualität gewährleistet ist. Aufgefallen ist,

dass in den Gärten nur noch wenige Nutzpflanzen und Bäume zu sehen sind, dafür überwiegend Zierpflanzen,

teilweise sogar Exoten wie z. B. Bananen, Kiwi, Feigen, Rizinus oder eine Chilenische Fichte.

 

Zum Abschluss trafen sich beide Gruppen in der evangelischen Kirche von 1912, die ebenfalls Teil der denkmalgeschützten

Colonie ist, wo Pfarrer Matthei einen kurzen Abriss über die Baugeschichte gab.

geschrieben von G. Schade am 12. September 2012
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Foto: ZHGV
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